Wissenswertes über Kreativität

Kreativität und Hirnleistung

Aus „Was wir sind und was wir sein könnten“
Gerald Hüther, Prof. für präventive Hirnforschung, Uni Göttingen

Das Burn-out Syndrom betrifft inzwischen nicht nur strebsame Manager oder Krankenschwestern. Inzwischen sind immer mehr Studenten und Schulkinder betroffen.

Unsere Lebens- und Arbeitsstrukturen sind noch nach den veralteten Mustern des Maschinenzeitalters des letzten Jahrhunderts ausgerichtet. Nach Funktion, Kontinuität und Zuverlässigkeit.

Heute, zu Beginn des 21. Jhdt. sind Probleme und Aufgaben unserer Gesellschaft derart komplex, dass die vorhandenen Arbeitsmethoden und Wissensvermittlungen nicht mehr zeitgerecht sind. Monotones auswendig lernen und Wissen eintrichtern wird den komplexen Anforderungen und Problemstellungen der heutigen Zeit nicht mehr gerecht.

„Die Probleme dieser Welt sind nicht mit denselben Mustern zu lösen, mit denen sie erzeugt wurden.“ (Albert Einstein).

Der vorherrschende monotone Lernprozess nutzt ein Minimum an Hirnleistung. Dabei hat die moderne Hirnforschung längst erkannt, dass es weitaus effektivere Wege der Wissensvermittlung gibt.

Leistungsdruck und Stress müssen zurück gedrängt werden um Raum für Kreativität und Begeisterung zu schaffen.

Unser Gehirn ist kein Ablageplatz für eine Bibliothek an Wissen. Es benötigt Begeisterung und Interesse um das verfügbare Wissen zu vernetzen. Selbst in den reifen Jahren des Erwachsenenalters werden Nervenareale angeregt, neue Verknüpfungen zu bilden, um neue Ideen und Erkenntnisse zu ermöglichen.

Der Energiedrink für unsere grauen Zellen ist eigenes Interesse und echte Begeisterung, die heute bereits in früher Kindheit durch Leistungsdruck blockiert werden.

Frühkindliche Dauer-Lern-Angebote lernen Kindern viel zu konsumieren. Die eigene Neugier, Entdeckungsfreude und Kreativität bleiben dabei unzureichend gefördert.

Lehr- und Führungskräfte sollten sich vom „Eintrichterer“ und Befehlsgeber zum Impulsgeber und Motivator entwickeln.